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Retrofit am offenen Herzen für eine der größten Molkereien Europas: Von S5 zu Plant iT V9.

Es ist die langersehnte Transformation auf das nächste Level. Dieses Software-Retrofit für einen unsere treuesten Kunden zeigt, wie die Modernisierung einer großen Molkerei nicht nur effizient, sondern auch nahezu ohne Stillstandzeiten gelingen kann. Dabei verabschiedeten wir mit der S5-Steuerung einen echten Industriedinosaurier in den wohlverdienten Ruhestand und sorgten mit einem kompakten Migration auf eine moderne Plant iT V9-Landschaft für mehr Kontrolle, Transparenz und Sicherheit im Prozess.

50

Mehr Redundanz

Ausgangssituation

Gewachsene Altsoftware am Limit

Das Retrofit betraf einen zentralen Aggregatbereich der Molkerei, über den wesentliche Prozessschritte geführt werden und dessen Ausfall unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Produktion hätte. Die vorhandene Automatisierung war geprägt durch ein über Jahrzehnte gewachsenes aber fehleranfälliges Steuerungssystem, das Wartungen, Störungssuche und künftige Skalierungen massiv erschwerte. Eine strategische Bremse für die Weiterentwicklung der Anlage.
  • Fehlerhafter und anfällige Siemens-S5-Steuerung mit Interbus-Anschaltung
  • Viele Altlasten und Sonderlösungen aus knapp drei Jahrzehnten Betrieb
  • Unübersichtliche Programmstrukturen und lückenhafte Dokumentation
  • Zunehmenden Mangel an Personal mit S5-Know-how

Die Herausforderung

In nur 16 Monaten die Automatisierung des gesamten Aggregatsbereichs fit für die nächsten Jahrzehnte machen, ohne das Herz der Produktion länger stillzulegen.

Klare Zielsetzung für das Projekt

Modernisierung ohne nennenswerte Produktionsausfälle

Ablösung der S5- und ProLeiT-OSNT-Software

Integration in die bestehende Software- und MES-Landschaft

Neu strukturierte, klar getrennte Prozessbereiche

Aktuelle Sicherheitstechnik auf Molkereistandard

Bessere Wartbarkeit und Erweiterbarkeit

Lösung

Von 1.0 auf Industrie 4.0 in nur 16 Monaten

In einem klar definierten und abgestimmten Prozess wurde die veraltete S5 Steuerungssoftware aus den 90iger Jahren durch eine zukunftssichere Plant iT V9-Steuerung abgelöst. Dabei wurde die Software konsequent neu strukturiert, auf aktuelle Hardware überführt und in getrennte Prozessbereiche aufgeteilt – mit deutlich verbesserter Redundanz und Transparenz. Eine intensive Produktionsbegleitung stellte sicher, dass Feinjustierungen und Implementierung ohne Beeinträchtigung des Tagesgeschäfts möglich waren.
1

Analyse und Ist-Aufnahme

Umfassende Bestandsaufnahme vor Ort in enger Abstimmung mit Geschäftsführung und Bereichsleitung
2

Konzeption

Aufnahme der bestehenden Hard- und Software, Zuordnung der gewachsenen Programmteile zu eindeutigen Prozessbereichen und Erstellung einer Verfahrensbeschreibung als Grundlage für die Neuprogrammierung
3

Neuaufbau in Plant iT V9

Entwicklung einer neuen, einheitlichen Softwarearchitektur, Neuprogrammierung der Schrittketten in Plant iT V9, Aufbau einer modernen Profinet-Infrastruktur anstelle der Interbus-Peripherie sowie die synchrone Umsetzung einer neuen, übersichtlichen Prozessvisualisierung
4

Tests und Migrationsplanung

Umfassender Software-FAT der neuen Lösung sowie Erstellung eines Inbetriebnahmeplans für die schrittweise Überführung einzelner Schrittketten. Provisorische Schnittstellen zwischen S5 und S7 sorgten dafür, dass Alt- und Neusystem während der Übergangsphase sicher miteinander kommunizieren konnten
5

Schrittweise Inbetriebnahme unter Produktion

Alle Umschaltungen erfolgten in eng getakteten Fenstern – abgestimmt mit Produktion und Reinigungszyklen. So konnten die einzelnen Bereiche mit minimalen Stillstandszeiten auf die neue Software- und Hardwareplattform überführt werden

Vorteile

Für Betreiber und Bediener ergeben sich aus dem Retrofit sowohl operative als auch strategische Vorteile.

Strukturierte Software

Mit eindeutiger Zuordnung zu Prozessbereichen erleichtert die Störungssuche und Anpassungen.

Zukunftssichere Technologie

Standardisierte Komponenten und moderne Profinet-Infrastruktur reduzieren Lagerhaltung und vereinfachen die Ersatzteilbeschaffung.

Bessere Wartbarkeit

Sichere Bedienung der Anlagen auch für Personal ohne S5-Hintergrund.

Stärkere Integration

In das MES-System und die bestehende IT-Landschaft.

Aktuelle Sicherheitstechnik und lückenlose Dokumentation

Schaffen Transparenz und Compliance.

Implementierung mit minimalen Stillstandzeiten

Quasi on the flight und mit einer zuverlässigen Projektbegleitung.

automation excellence

Maximale Transparenz bei maximaler Verfügbarkeit. Unsere Modernisierung erfüllt alle Anforderungen, die KRITIS Unternehmen an ihre Prozesse und Infrastruktur stellen.

20 % weniger Schnittstellenlast

durch vereinheitlichte Strukturen

50 % mehr Redundanz

durch klar getrennte Prozessbereiche

100 % mehr Benutzerfreundlichkeit

in Visualisierung und Bedienlogik

1 Sek. Bildschirmaktualisierung

quasi in Echtzeit, von 10 auf 1 Sekunde reduziert

Operation am offenen Herzen gelungen! Gemeinsam mit unserem Kunden und Partnern haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur smarten Molkerei erfolgreich gestemmt.

Jens FiebigProkurist und Projektleiter

Unsere Partner

Starkes Teamwork für eine erfolgreiche Transformation

Cropped Nur Bawaco

Fazit

Mit der Ablösung der alten S5- und OSNT-Landschaft und der Migration auf Plant iT V9 wurde das Herz der Molkerei technologisch auf den neuesten Stand gebracht. Die Kombination aus strukturierter Software, moderner Profinet-Infrastruktur und aktueller Sicherheitstechnik reduziert Risiken, vereinfacht die Wartung und erhöht die Effizienz im Gesamtablauf. Gleichzeitig schafft die neue, einheitliche Softwarestruktur die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte – von der vertieften MES-Integration bis hin zu zukünftigen Big Data-Anwendungen.

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